Erlebnisse aus der Bibelschule

27 .09. 2015 Bibelschule Schloss Klaus/ Österreich 1. Semester, 1 Tag

….Unendliche Freude, Dankbarkeit, Aufregung, Spannung zum zerreissen, Scheu vor meinen Mitschülern, den Lehrern, …eigentlich vorallem……

Ankommen …

Es ist 10.00 Uhr und tatsächlich, ich sitze in meinem Auto und bin auf dem Weg in Richtung Österreich.

Mein Auto ist nicht nur bis oben vollgepackt, mit Dingen die Frau eben so braucht für 3 Monate ( oder auch nicht ), sondern auch mein Kopf ist vollgepackt mit Gedanken die ich ebenso wenig brauche, wie so manch unnützes Zeug, wie Nagellack, Schmuck oder z.B. 2 Armbanduhren…

In den letzten Tagen herrschte das reine Chaos.  Ich habe mal wieder die Tatsache, -LETZTE Vorbereitungen-, zu wörtlich genommen.

Am vorletzten Tag, habe ich dann mal entschieden, meine Wohnung doch selbst zu putzen und der Putzfrau die ich eigentlich dafür engagiert hatte, wieder ab zu sagen. Zu allem Übel habe ich auch noch vergessen, dass mein Auto noch sauber gemacht werden muss.

Aber irgendwie hab ich es dann doch geschafft, meine Wohnung -tiefen gereinigt- (noch nie war sie so sauber wie jetzt, ausser beim Einzug,..vielleicht!), an meinem Untermieter zu übergeben und mein Auto zu mindestens halbwegs sauber zu machen … Ok, ich sollte vielleicht auch erwähnen, wenn mir meine Freundin Sabine nicht beim Wohnungs putzen geholfen hätte… Oh neee, daran sollte ich vielleicht lieber nicht denken, denn ohne sie wäre meine Abreise in eine Katastrophe geendet.. Also an dieser Stelle, nochmal ein dickes DANKE, DANKE, DANKE an Dich !!!

Auf der Autobahn war nix los, selbst an der Grenze nicht. Wie auch, ich fahre ja NACH Österreich und nicht hinaus. Auf der gegenüberliegenden Grenzseite sah es da schon ganz anders aus.

Ob dort wohl Menschen in ihren Autos sitzen, die sich darüber Gedanken machen, dass gerade ein „Flüchtling“ aus Deutschland an Ihnen vorbei fährt??? Irgendwie fühle ich mich gerade so. Obwohl, ich ja eigentlich nicht aus unserem Land flüchte sondern eher in die Arme von unserem Himmlischen Vater!… Ok, lassen wir es dabei… ich sagte ja bereits, dass mein Kopf voller wirrer Gedanken sind, die im Moment schwer zu zügeln sind. Noch ein Grund mehr, warum ich schnellstens meine Beziehung zu Jesus vertiefen muss, damit da endlich mal jemand, meinen Gedankenwirrknäul in meinem Kopf, enttötzeln kann …

Rechts von mir sehe ich die Ausfahrt „Klaus“, endlich! Kaum von der Autobahn runter, sehe ich auch schon, direkt auf dem Berg vor mir, das Schloss liegen. Phantastischer Ausblick, mein Puls steigt auf 180…

Auf dem Parkplatz vor dem Schloss angekommen, stehen auch schon die 1. Schüler, an und um Ihre Autos.

Schnell wird allen anwesenden klar, das wir 1. mit den ganzen Namen total überfordert sind und 2. ich- als eindeutig älteste- enttarnt werde, da sofort die – ebenfalls anwesenden Verwanten der Schüler- mir anbieten, mein Gepäck ins Schloss zu tragen….. Hätte nicht gedacht, dass ich mal so froh bin, als älteste gelten zu müssen… in diesem Fall, trifft wohl „dürfen“ eher zu :-)                                                                                                           Da ich schon einmal im Februar hier war, um mir durch einen Gasthörer Aufenthalt, einen ersten Eindruck vom Schloss und von der Bibelschule machen zu können, hatte ich noch gut in Erinnerung, was es heisst in einem Schloss mit 75 Stufen- einfach-, vom Eingang bis zu den Schlafräumen, einen vollgepackten Koffer nach oben zu befördern…. und diesmal war der Koffer ein weeeenig größer und dazu kamen noch diverse Taschen usw. hinzu …

P1080747

Auf dem Weg ins Schloss kommen mir immer wieder neue Leute entgegen. Oh man, wer ist jetzt Schüler und wer Schlosspersonal und kann ich mir die Gesichter zu den Namen merken?

Sehr verwirrend….

Da ich schon im Februar hier war, kenn ich mich schon aus und somit kann ich direkt in mein Zimmer gehen. Gut, Zimmer ist vielleicht etwas übertrieben. Besenkammer mit 2 kleinen Fensterluken trifft´s eher aber, es ist eigentlich ganz süß und auch wirklich besser als erwartet. Das ich keinen Schrank habe ist mir eigentlich wurscht, da die zwei Regale, für meine Sachen vollkommen ausreichen.

DSC01101DSC01099

Bevor ich aber meine Koffer auspacke, schaue ich noch bei den anderen Zimmern vorbei. Ich bin natürlich neugierig, wie diese 4 – 5 Bettzimmer aussehen und natürch will ich meine Mitschülerinnen kennen lernen, die für die nächsten Wochen meinen Mitstreiterinnen und Mitbewohnerinnen sein werden. Die Mädels müssen sich die Zimmer zwar mit den andere teilen aber da die Räume recht gross und gemütlich sind, ist jeder soweit mit dem Platz zufrieden.

Obwohl sie alle deutlich jünger als ich sind ( ca. 20 – 30 ), scheinen das super nette Mädels zu sein. Es herrscht ein aufgeregtes wuseln in den Zimmern. Alle lachen und reden durcheinander und ich bin überfroh das ALLE das gleiche „Namens zu ordnungs Problem“ haben.                                                                                                                             Du kannst dich für 2 Möglichkeiten entscheiden. Entweder du wirst gleich als arrogant verschrieen, da du schweigend an jemandem vorbei läufst, da du davon überzeugt bist, das du sie schon gesehen hast oder du machst dich zum Vollhorst, da du Dich zum xten Mal bei jemanden vorstellst.

Nachdem auch ich dann mal in -15 Minuten- mein Zimmer ein geräumt habe, wollte ich mich eigentlich noch auf mein Bett legen um bis zum Abendessen zu chillen aber da die anderen Schülerrinnen, eine Etage tiefer, fröhlich aus Ihren Zimmern zu hören sind, macht mich das – wie befürchtet- sehr traurig….                                                                         Es ist sicherlich sehr angenehm ein Einzelzimmer zu haben aber wirklich prickelnd finde ich das nicht. Ich hatte eigentlich, bei unserem ersten Gespräch mit Birgit( unsere KBS-Leiterin) darauf hingewiesen, dass ich gerne in ein Mehrbettzimmer möchte und sie hat mir auch versichert dass die älteren Frauen, immer in den kleineren Mehrbettzimmern untergebracht sind. Das heißt, ich hatte eigentlich erwartet mit mindestens 1 Mädel im Zimmer zu sein. Jetzt sitz ich hier, alleine und muss mit ansehen wie die Frauen eine Zimmergemeinschaft aufbauen können und ich bin dabei raus …

(Klammer auf, dieses Problem wurde aber gleich am 2. Abend von Birgitt gelöst. Kann diese Frau eigentlich meine Gedanken lesen oder lag es doch eher an meinem sehr „mitleiderregenden“ Blick, dass sie sofort erkannt hat, das hier schnellstens Handlungsbedarf besteht. Somit wurde ich von den Mädels aus Zimmer 15 adoptiert. Jetzt habe ich nicht nur eine Kammer mit Aussicht sondern auch gleichzeitig ein EZ mit Anhang.. Klammer zu 😉 )

Beim Abendessen im Speisesaal, konnten wir uns dann weiter einwenig beschnuppern. Alle sind immer noch sehr aufgeregt und schüchtern..

Um 19.00 Uhr treffen wir uns alle im Kaminzimmer. Birgitt und Dominique der ebenfalls zum KBS (Kurzbibelschule) Team gehört, stellen sich vor. Sie erzählen uns ausgiebig aus Ihrem Leben und somit bekommen wir schonmal einen schönen Einblick, mit wem wir es in den nächsten Wochen zu tun haben werden.

Auch wir fangen an uns vor zu stellen aber da das ebenso ausführlich sein sollte, müssen wir morgen abend mit den Rest der Schüler und Schülerrinnen weiter machen.

Nun sitzen wir hier, gemütlich, in schweren alten Sesseln. 20 Frauen und 7 Männer alle in einem alter zwischen 20 und 32. Sogar eine Familie mit einem kleinem Mädchen, Ella 3 Jahre alt, ist dabei und ich…  mit 51zig 😉

DSC01049

Ist schon sehr interressant mit welcher vorgeschichte die Leute hier sind, aus welchen Berufen sie kommen- haben sie gekündigt oder sind sie freigestellt worden? Wie lange sind sie schon mit Jesus unterwegs und welche Erwartungen haben sie an die KBS?

Ist meine Geschichte ungewöhnlich oder sind wir alle aus dem gleichem Grund hier, … getrieben von der Sehnsucht, eine lebendige Beziehung mit Jesus führen zu wollen?

Ich bin gespannt auf morgen …

Um 22.00 Uhr liege ich sehr müde aber selig in meinem Bett.

Fazit des 1. Tages: Es ist alles immer noch so unwirklich und auch sehr skurril

… War doch noch vor 3 Jahren, in der Unwissenheit, dass Jesus existiert, mein Leben von den einzigen Bedürfnissen geprägt, viel Luxus zu besitzen, einen Mann an meiner Seite zu haben und mich mit Partys, Schmuck und teuren Klamotten zu vergnügen …

Und jetzt bin ich hier mit dem einzigem Wunsch, den ich noch für mein Leben habe, Jesus nahe sein zu können, mich ganz von seiner Liebe erfüllen zu lassen und zu lernen was es heißt, Jesus ist in mir!

Der Wahnsinn … Ich bin tatsächlich hier, im Schloss, in der Bibelschule…

Ich bin endlich angekommen

Meine Zeit mit Jesus kann beginnen …

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.